Deutsches Kinderhilfswerk und die Sächsische Jugendstiftung unterstützen MUSKEPEER-Jugendliche und den KJRV

2016-10-13 20.06.52In der Arbeit mit Jugendlichen, die in Heimen und Wohngruppen der Jugendhilfe leben, entstand die Idee, eine Wander- Ausstellung zu erarbeiten, die Einblicke geben soll in das Leben von "Heimkindern". Viel zu wenig ist bekannt, wie sich ein solches Leben in der Jugendhilfe vollzieht. Dafür haben wir uns um Förderungen bemüht. Nun haben die Sächsische Jugendstiftung und das Deutsche Kinderhilfswerk jeweils eine Förderung zugesagt. Da freuen wir uns drüber!

Auf insgesamt 15 bis 20 Tafeln, Aufstellern, einer Vitrine, drei Leinwänden und einem Telefon werden Themen behandelt, die aus Sicht der beteiligten Jugendlichen Relevanz haben: Warum haben wir diese Ausstellung erarbeitet – was ist uns dabei wichtig? Welche Vorurteile und Klischees über „Heimkinder“ sind verbreitet?

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Ausstellungsmacher_innen unter sich – Bericht von einer Woche MUSKEPEER 2016-Seminar in Berlin

Gruppe AbstimmungZum mittlerweile fünften Seminar des MUSKEPEER-Durchlaufs kamen vom 10.-14. Oktober 2016 Jugendliche zusammen, um sich über ihre Wahrnehmungen von, ihre Deutungen über und ihre Änderungsvorschläge in Bezug auf die Jugendhilfe auszutauschen. Alle Jugendlichen, die an den MUSKEPEER-Seminaren seit April 2016 teilnehmen, leben in der Jugendhilfe. Einige haben die Jugendhilfe zwischenzeitlich schon verlassen, sind also Careleaver (Jugendliche, die die Hilfe (Care) verlassen (leaving)).

Die Seminarreihe thematisierte in den vergangenen vier Seminaren folgende Themen:

Wie gestaltet sich mein Leben als Heimkind in meiner Einrichtung? Wie zufrieden bin ich mit meiner Behandlung? Wie würde ich anderen mein Zuhause erklären?

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Informative Broschüre „Dein Vormund vertritt Dich“

Dein Vormund vertritt dichImmer wieder haben wir es in der Beratung mit Konflikten um Vormünder und Vormünderinnen zu tun. Sie übernehmen ganz oder teilweise die Verantwortung für junge Menschen, wenn deren Eltern dazu nicht mehr in der Lage sind. In einer Broschüre der IGFH und des DIJuF werden u.a. folgende Fragen beantwortet: Was ist ein Vormund? Kann ich mir meinen Vormund aussuchen? Was entscheidet ein Vormund? Habe ich dabei auch was mitzureden? Wie kann ich einen anderen Vormund bekommen? Welche Rechte habe ich? Welche Rolle spielen die Eltern, wenn eine Vormundschaft besteht?

Für Jugendliche und Eltern finden sich in der Broschüre wertvolle Hinweise. Auf dieser Homepage (http://www.dein-vormund.de/start.html) ist die Broschüre auch in Französisch, Englisch, Spanisch, Türkisch und Russisch verfügbar.

„Ja, Du bist im Heim – niemand will mit Dir zu tun haben. Da fühl man sich auch nicht schön.“ Bericht vom vierten MUSKEPEER- Seminar 2016.

2016-08-14 13.07.33Zum vierten Mal kamen am vergangenen Wochenende (12.-14. August 2016) Jugendliche zusammen, die in sächsischen Heimen und Wohngruppen leben. Ziel der Seminarreihe soll es sein,

  • einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, damit sich Jugendliche aus der stationären Jugendhilfe austauschen können über ihre Situation,
  • dass die Jugendlichen ihre Rechte kennenlernen, die sie in der Jugendhilfe haben, und lernen, diese auch einzufordern,
  • dass die Jugendlichen ihre Situation im Kontext öffentlicher Erziehungsinteressen mit ihren je eigenen Interessen und Kompetenzen reflektieren, sowie
  • eine Basis zu schaffen für eine gemeinsame Thematisierung ihrer Interessen als junge Menschen, als Träger_innen von Rechten und als Jugendliche in Heimeinrichtungen.

Das vierte Seminar stand im Zeichen einer Ausstellung, die die Jugendlichen gemeinsam erarbeiten wollen. Die Ausstellung soll sich an Menschen richten, die mehr über die Situation, die Themen und Probleme von „Heimkindern“ erfahren wollen. Dafür haben die Jugendlichen ihre spezifischen Situationen reflektiert: Was schätze ich an meiner Wohngruppe? Was stört mich aber auch an meiner Wohngruppe? Was denken Menschen auf der Straße wohl über Heimkinder? Welche Vorurteile gibt es über Heimkinder? Was denken meine Betreuer_innen über mich? Was weiß ich eigentlich von meinen Betreuer_innen und was wissen diese über mich? Was denken wohl die Teamer_innen von MUSKEPEER über mich? Wie kam es eigentlich dazu, dass ich ins Heim gegangen bin? Wie sieht mein Alltag in der Wohngruppe aus? Warum fahren wir als Wohngruppe eigentlich nie ins Ausland – andere Jugendliche machen das mit ihren Eltern ja auch. Warum habe ich eigentlich keinen Schlüssel zu meiner Wohngruppe? Wie soll ich mit dem geringen Budget klarkommen – wissen die Menschen draußen eigentlich, wie wenig das ist?

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Taschengeld - Empfehlungen des Landesjugendamtes Sachsen

DSC00119Es kommt immer wieder zu Fragen in der Beratung, wie das mit dem Taschengeld in Einrichtungen zu handhaben ist. Die aktuell immer noch gültigen Empfehlungen des sächsischen Landesjugendamtes sagen dazu folgendes:

- Das Taschengeld steht dem Kind oder Jugendlichen zur "eigenverantwortlichen Verwendung zur Verfügung".

- Es muss nicht für "für Freizeitbeschäftigungen, Teilnahme an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen auch außerhalb des Heimes, Ausflüge, Ferienfahrten, Ausgaben für Schulmaterial u.ä." verwendet werden - dafür bekommen die Einrichtungen extra Geld vom Jugendamt.

- Es sollen bei Kindern angemessene Teilbeiträge ausgezahlt werden, bei Jugendlichen als Gesamtbetrag, u.U. auch auf ein Konto.

- Taschengeld darf nicht einbehalten werden, auch nicht für die Begleichung von Schäden in der Einrichtung.

- Taschengeld darf nicht gekürzt werden.

 

Hier der volle Text der Empfehlungen.

 

 

Beteiligung ist (d)ein Recht – Bericht vom dritten Seminarwochenende von MUSKEPEER 2016

Im Beteiligungsseminar MUSKEPEER haben wir uns über Beteiligungserfahrungen und wesentliche Beteiligungsthemen in Wohngruppen ausgetauscht. Die Frage ist jedoch: Wo kann man diese eigentlich im Gesetz wiederfinden? Und warum will der Gesetzgeber überhaupt beteiligen? Was verspricht sich die Fachwelt davon? Diese Fragen standen über dem dritten Seminarwochenende von MUSKEPEER.

Kinderrechte„Musst du über alles informiert werden, was dich betrifft?“ – (1.) „Ja, aber nur über das allerwichtigste“, (2.) „Ja, mit Einverständnis der Eltern“, (3.9 „Ja, über alles“ – 1,2 oder 3? Letzte Chance vorbei! Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht angeht. Mit dieser und anderen Fragen aus dem Kinderrechte-Quiz haben wir das Wochenende begonnen. (www.kinderrechte-quiz.de) Spielerisch haben wir uns noch einmal mit den Kinder- und Jugendrechten beschäftigt und so einen Einstieg in das Thema gefunden.

Insbesondere haben sich die 14 Jugendlichen und 4 Betreuer_innen die UN-Kinderrechtskonvention angeschaut. Sie gilt immerhin seit einigen Jahren als verbindlicher Rechtsrahmen für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Dabei stellt sich heraus, dass zwar die überwiegende Mehrheit der Kinderrechte aus Sicht der betroffenen Jugendlichen umgesetzt ist, wie z.B. die Meinungsfreiheit, der Schutz der Privatsphäre und das Verbot der Diskriminierung. Allerdings sehen die Jugendlichen auch einige Kinderrechte nicht verwirklicht. Unter anderem das Recht auf Familienzusammenführung, die Berücksichtigung des Kindeswillens und das Recht auf freien Zugang zu Medien.

Hinter dieser Einschätzung stecken sehr konkrete und intensive Erfahrungen der MUSKEPEER-Jugendlichen mit dem Handeln und Agieren von freien Einrichtungen und den Jugendämtern. Die Gruppe hat sich darüber hinaus mit den Beteiligungsrechten beschäftigt, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz wiederzufinden sind. So haben sich die Jugendlichen Inhalte des Wunsch- und Wahlrechtes(§5 SGB VIII), der Beteiligung am Hilfeplangespräch (§36 SGB VIII) sowie der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (§8 SGB VIII) erarbeitet.

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Beteiligung ist auch eine Frage der Qualität – Bericht vom zweiten Seminarwochenende von MUSKEPEER 2016

Ist Beteiligung eigentlich gleich Beteiligung? Oder gibt es auch Unterschiede und wenn ja, wie sehen diese aus? Wie hängen Beteiligung und Kinderrechte zusammen und ist mehr Beteiligung eigentlich immer besser? Das waren die Fragen, die im zweiten Seminar von MUSKEPEER im Zentrum standen.
2016-05-28 11.59.19Schon wie das erste, startete das zweite Wochenende mit dem Treffen am Dresdner Hauptbahnhof. Gegen 17 Uhr kamen die Jugendlichen bei strömenden Regen in Wehlen an, sodass das geplante Kaffetrinken im Garten im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist. Alle wollten sich erst einmal umziehen oder duschen. Aber im Warmen konnten wir dann doch noch ein paar Kekse und ein heißes Getränk genießen.  Alle freuten sich,  einander wiederzusehen und hatten dementsprechend viel zu erzählen.
Nach einer kurzen Besprechung des Wochenendplanes und der Klärung einiger organisatorischen Dinge, haben wir dann den Abend gemütlich ausklingen lassen: Einige spielten eine Runde Sing Star und haben dabei gemeinsam gesungen und sehr viel gelacht. Andere haben gequatscht und sich ausgeruht, immerhin hatten alle einen langen Tag hinter sich.

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kennenlernen, wandern, diskutieren: Bericht vom ersten Wochenende von MUSKEPEER 2016

SeminarsituationWie kann Beteiligung an dem, was mit Jugendlichen in Heimen und Wohngruppen geschieht, ausgebaut werden? Wieviel Beteiligung ist schon umgesetzt? Was sind die Themen der Jugendlichen? Das waren die Fragen, die im ersten Seminar von MUSKEPEER im Zentrum standen.

Es hatten sich Ende April 2016 insgesamt 17 Jugendliche aus sächsischen Heimen und Wohngruppen angemeldet. Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren kommen aus Zwickau, Leipzig, Treuen, Kamenz und Dresden. Das erste Wochenende verbrachten wir in Wehlen in der Sächsischen Schweiz.

Nach dem Treffen am Hauptbahnhof in Dresden (alle haben sich gefunden, obwohl es für alle ja das erste Mal war) ging es weiter mit der S-Bahn nach Wehlen. Sieben Jungen und zehn Mädchen sowie vier Teamer_innen nahmen das Selbstversorger- Haus direkt am Marktplatz von Wehlen in Beschlag, schauten sich alle Zimmer an, bezogen ihre Betten und trafen sich zur ersten Runde.

Weiterlesen: kennenlernen, wandern, diskutieren: Bericht vom ersten Wochenende von MUSKEPEER 2016

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