Erziehungshilfe wirkt nicht!......ohne Beteiligung! Verstetigung und Weiterentwicklung Ombudschaftlicher Arbeit in Sachsen

 

Fachtagung an der Hochschule Mittweida, am 08.11.2019 

Anmeldung: https://doo.net/veranstaltung/37178/buchung

Was tun, wenn sich die Berichte häufen, dass Eltern und Kinder nicht die Hilfen vom Jugendamt bekommen, die ihnen zustehen? Was tun, wenn in der Jugendhilfepraxis vermehrt Rechtsbrüche und rigide Leistungsgewährung sichtbar werden? Bereits 2002 gründete sich in Berlin die erste ombudschaftliche Initiative, um diesen Entwicklungen etwas entgegenzusetzen.

Ombudschaft stellt sich parteilich an die Seite der Betroffenen. Mit dem Ziel der Stärkung bzw. Wiederherstellung ihrer Handlungsfähigkeit werden ratsuchende Menschen zu den behördlichen Verfahrensabläufen und zu ihren Rechten innerhalb des Hilfeprozesses beraten. Ziel allen ombudschaftlichen Engagements ist dabei eine einzelfallgerechte Kinder- und Jugendhilfe.

Mit dem Kinder- und Jugendhilferechtsverein (KJRV) gibt es seit 2012 auch in Sachsen ein ombudschaftliches Beratungsangebot. Der Verein unterstützt Menschen in Dresden und Umgebung und seit 2017 in Leipzig und Umgebung. Obwohl der KJRV mittlerweile fünf hauptamtliche Mitarbeiter_innen hat, werden große Teile der Beratungsarbeit ebenso wie die Vorstandsarbeit nach wie vor durch ehrenamtliches Engagement getragen. Die Beratungsanfragen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Für 2019 werden 200 Beratungsanfragen erwartet – die bislang höchste Zahl seit Beginn der Arbeit des Vereins.

Und der KJRV will mehr! Ombudschaftliche Beratung soll in Zukunft für Menschen in ganz Sachsen verfügbar werden. Bald wird es eine dritte Anlaufstelle des KJRV in Chemnitz geben.

Dieser Ausbau ombudschaftlicher Beratung in Sachsen braucht engagierte Mitstreiter_innen. Mit der Fachtagung wollen wir Fachkräfte und Studierende aus der Kinder- und Jugendhilfe dazu einladen.....

 sich über die Idee der Ombudschaft und ihre Hintergründe zu informieren

  • kritische und neugierige Fragen zur Ombudschaft zu stellen

  •  

    sich ein Bild über die ombudschaftliche Beratungspraxis zu machen

  •  

    die Menschen des KJRV kennen zu lernen

  • Möglichkeiten des ombudschaftlichen Engagements auszuloten UND den Entschluss zu fassen, den Aufbau am neuen Standort Chemnitz zu unterstützen.

  • Ort: Hochschule Mittweida, Haus 39, Bahnhofstraße 15, 09648 Mittweida

    Kosten: 20 Euro (inkl. Kaffee/Tee und Wasser), für Studierende und Vereinsmitglieder kostenfrei

    Anmeldung: https://doo.net/veranstaltung/37178/buchung

Tagungsprogramm
ab 9.30 Uhr Ankommen bei Kaffee und Tee

10.00 Uhr Begrüßung (Ulrike von Wölfel, KJRV & Barbara Wolf, Hochschule Mittweida)

10.15 Uhr Vortrag:
Ombudschaft als Praxis des Widerspruchs
Idee und Hintergrund
(Prof. Dr. Nicole Rosenbauer,
Evangelische Hochschule Dresden)
 
11.15 Uhr Input:
Der Kinder- und Jugendhilferechtsverein stellt sich vor
– Ombudschaftliche Arbeit in Sachsen seit 2012
(Hartmut Mann, KJRV)
 
12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause
(Mensa der HS Mittweida, auf eigene Kosten)

13.00- 14.30 Uhr
Drei Vertiefungen zur Ombudschaftlichen Arbeit

 

Vertiefung I : Wie funktioniert Ombudschaftliche Beratungsarbeit im KJRV?
Das Kerngeschäft ombudschaftlicher Praxis ist die Beratung und Begleitung der ratsuchenden Familien und jungen Menschen. Das Handlungskonzept des KJRV bietet den Berater_innen Orientierung zu ihrer Rolle als Ombudspersonen, zu den Möglichkeiten ebenso wie zu den Grenzen ombudschaftlicher Unterstützungsmöglichkeiten.
(Annegret Münch & N.N., KJRV )
 
Vertiefung II – Betroffenen eine Stimme geben! Die Rolle von Adressat_innen in der Ombudschaftlichen Arbeit des KJRV

Das besondere Profil Ombudschaftlicher Arbeit im KJRV bildete von Anfang an die Beteiligung von Adressat_innen an der Arbeit des Vereins. Davon zeugen u.a. die Seminarreihen MUSKEPEER und LÖWENELTERN. Diese Formate gehen über die einzelne Beratungsanfrage hinaus und werden auch zukünftig wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit bleiben.
(Elsa Thurm & Ulrike von Wölfel, KJRV)
 
Vertiefung III – Was bringts? Die Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) und mögliche Auswirkungen auf ombudschaftliche Strukturen

Knapp 20 Jahre nach den ersten Initiativen ist die „Idee Ombudschaft“ auf bundespolitischer Ebene angekommen. Innerhalb des SGB VIII - Reformprozesses werden aktuell Gesetzesänderungen verhandelt, die konkrete Auswirkungen auf die Zukunft ombudschaftlicher Beratung haben können.
(Björn Redmann, KJRV)
 
In allen drei Vertiefungen ist ausreichend Zeit für Fragen und Gespräche eingeplant.
 
14.30 – 15.00 Uhr Pause
 
15.00 – 15.30 Uhr
Abschluss, Ausblick und Einladung:
Ausbau Ombudschaftlicher Beratung am neuen Standort Chemnitz
(Barbara Wolf & Ralf Vollmer, Verantwortliche im KJRV für den Aufbau des Standortes Chemnitz)
 
 (Tagungsmoderation: Ulrike von Wölfel, KJRV)

 

Der Kinder- und Jugendhilferechtsverein wird mitfinanziert
durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des
Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Mit Unterstützung der Stadt Dresden sowie der Stadt Leipzig.